Welches Obst und Gemüse kann ich meinen Wellensittichen geben?
Wie erkenne ich einen Milbenbefall und wie behandele ich ihn?
Woran erkenne ich einen jungen Wellensittich?
Welche Geschlechter kann ich bei Wellensittichen zusammen halten?
Wie erkenne ich das Geschlecht meiner Wellensittiche?
Zuchtgenehmigung: Wo braucht man sie und was wird verlangt?
Die Farbschläge des Wellensittichs
Gefahren beim Freiflug
Wie locke ich meinen Wellensittich für den Freiflug aus dem Käfig und wie bringe ich ihn dazu, wieder in den Käfig zurückzugehen?
Welches Obst und Gemüse kann ich meinen Wellensittichen geben?
Salat (nicht zu oft, da das Risiko der Nitratbelastung besteht)
Salatgurke
Broccoli (roh oder ohne Salz gekocht)
Paprika (mit und ohne Kerne)
Tomate
Radieschen
Mais (nicht getrocknet)
Mohrrübe/Karotte
Möhrengrün
Apfel (wenn möglich vorsichtshalber ohne Kerne und Kerngehäuse)
Birne
Wassermelone
Honigmelone
Pfirsich (ohne Kern)
Nektarine (ohne Kern)
frische Ananas
Mango
Apfelsine
Mandarine/Clementine
Weintraube
Banane
Vogelmiere
Basilikum
Bei allem gilt: Nur gut Gewaschenes (möglichst aus dem Bioladen) geben!
Obst und Gemüse kann, sollte sogar, täglich gegeben werden. Besonders bei Salat und Gurke (enthalten sehr viel Wasser) ist darauf zu achten, ob der Kot dünnflüssiger wird. In dem Fall einfach ein, zwei Tage damit aussetzen.
Wie erkenne ich einen Milbenbefall und wie behandele ich ihn?
Es gibt grundsätzlich zwei Arten von (äußerlichen) Milben, von denen der Vogel befallen sein kann: Die Grab- oder Räudemilbe und die rote Vogelmilbe. Die erstere ist die häufigste Milbenerkrankung bei Ziervögeln, deshalb möchte ich hier nur auf die Grabmilben (auch Räudemilben genannt) eingehen.
Die Milben zeigen sich in der Regel zuerst am Schnabel. Sie bohren regelrechte Gänge ins Horn. In der Regel fangen sie an den Schnabelaußenwänden an, im fortgeschrittenen Stadium wird schließlich auch die Wachshaut über dem Schnabel befallen.
Was weniger häufiger vorkommt, aber z. B. bei zwei meiner Piepsis der Fall war, ist, daß die Milben an den Beinchen (direkt unter dem Gefieder) zuerst auftauchen. Die Milben jucken sehr, der Vogel tippelt dann hin und her und knabbert auch an seinen Beinchen. Die Auswirkungen der Milben sehen wie angetrockneter, gelber Eiter aus bzw. im Anfangsstadium wie weißer, schuppiger Puderzucker.
Behandlung:
Die einzige wirksame Behandlung gegen Grabmilben ist ein Spot-on-Medikament (bitte niemals irgendwelche Milbensprays benutzen, die bringen überhaupt nichts und sind zudem noch schädlich für die Vögel, es gibt auch keine vorsorgliche Behandlung gegen Milben).
Spot-on heißt, daß nur ein Tropfen des Medikamts (die gängigsten sind "Ivomec" und "Stronghold" ) in den Nacken des Vogels geträufelt wird. Es handelt sich hierbei um eine Art Schädlingsbekämfpungsmittel, also eine Art Gift. Deswegen ist die Dosierung außerordentlich wichtig und sollte von einem vogelkundigen Tierarzt (siehe Sittich-Info, Vogeldoktor oder Papageienfreunde) vorgenommen werden . Wenn man die Gabe vom Tierarzt gezeigt bekommen hat, kann man das theoretisch auch selbst machen, ich würde aber nicht dazu raten. Ich habe schon von einem Fall gehört, wo der Vogel wegen Überdosierung gestorben ist.
Das Medikament muß auch nur zwei Mal verabreicht werden. Das zweite Mal nach ungefähr 14 Tagen. Grund ist der, daß nur die "erwachsenen" Milben nach der ersten Medikamentengabe absterben. Sie haben aber in den gebohrten Gängen bereits Eier gelegt, die nach ca. 10 - 12 Tagen schlüpfen, somit geht die Milbenplage dann von Neuem los.
Nach dieser zweimaligen Medikamentengabe (je nach Stärke des Befalls kann ein vogelkundiger Tierarzt auch eine dreimalige Gabe anordnen) sollte Ruhe vor den Milben sein.
Grabmilben können schon lange beim Vogel latent vorhanden sein, bevor sie dann - aufgrund eines geschwächten Immunsystems, was z. B. häufig in der Mauser der Fall ist, - "ausbrechen". Teilweise, so war es höchstwahrscheinlich bei zwei meiner Piepser (einem Geschwisterpärchen), werden die Milben schon im Nistkasten von einem Elterntier übertragen und sind in dem Fall von jeher latent vorhanden und brechen dann erst später aus.
Grabmilben gehen nicht auf Menschen.
Es ist anzuraten, immer alle Vögel eines Bestandes bei einem Milbenbefall behandeln zu lassen.
Hier mal ein Bild von einem Welli mit Räudemilben am Schnabel:
Woran erkenne ich einen jungen Wellensittich?
Bei jungen Wellensittichen geht die Wellenzeichnung auf dem Kopf in der Regel bis zur Wachshaut. Das Gesicht hat noch nicht diese typische weiße bzw. gelbe "Maske".
Die Kehltupfen bestehen in der Regel noch nicht aus einzelnen runden, schwarzen Tupfern, sondern sind eher zusammengesetzt aus kleinen, schwarzen Punkten.
Außerdem sind des öfteren die Schnabelspitzen noch "schwarz", die Jungen sind dann meistens aber gerade so abgarereif bzw. futterfest (wenn überhaupt), also wirklich noch sehr jung.
Fehlende helle Irisringe in den Augen sind auch oft ein Zeichen für Jungvögel. Dies ist aber farbschlagabhängig. Es gibt Vögel (wie mein violetter Hahn z. B.), bei denen die Irisringe nicht sichtbar, also meistens tief dunkelbraun sind und auch bleiben (die haben dann die berühmten "Knopfaugen" ), egal wie alt der Vogel schon ist.
Hier mal drei Bilder zur Verdeutlichung:
Meine Vögel im Alter zwischen 5 und 7 1/2 Wochen:

Man sieht eindeutig die Wellenzeichnung, die bis zur Wachshaut geht, die punktigen Kehltupfen und die fehlenden Irisringe.
Hier mal zwei adulte (= erwachsene) Vögel:

Die Wellenzeichnung über der Wachshaut ist weg, das Gesicht hat also nun die berühmte (in diesem Fall weiße) Maske, die Kehltupfen sind schön rund, und die Irisringe haben sich gebildet (wenn auch auf diesem Foto leider nicht so gut erkennbar).

Hier gilt dasselbe wie auf dem obigen Bild, jedoch sind bei diesem Vogel die Irisringe dunkelbraun, so daß er schöne Knopfaugen hat.
Welche Geschlechter kann ich bei Wellensittichen zusammen halten?
Am natürlichsten ist es, wenn man "echte" Pärchen zusammen hält, also jeweils einen Hahn und eine Henne.
Was auch noch gehen würde, ist ausschließlich Hähne.
Von Hennenüberschuß wird im Allgemeinen abgeraten, weil es bei Hennenüberschuß leichter zu Zankereien kommen kann. Aber auch da gibt es die berühmten Ausnahmen.
Vor Nachwuchs braucht man eigentlich keine Angst zu haben. Wellensittiche sind Höhlenbrüter, und ohne die nötige Dunkelheit und den Schutz einer Höhle produziert eine Henne in der Regel nicht die nötigen Hormone für die Eierproduktion/das Brutverhalten. (Also dunkle Spalten im Zimmer, z. B. in Bücherregalen, verschließen und natürlich einfach keinen Nistkasten in den Käfig/die Voliere hängen!)
In ganz seltenen Einzelfällen hat eine Henne ein Ei einfach so auf den Käfigboden gelegt. In so einem Fall kann man folgendes machen (das sollte selbstverständlich so früh wie möglich passieren!):
- das Ei abkochen oder anstechen und der Henne wieder unterlegen
- das Ei wegwerfen und ein Plastik- oder Gipsei der Henne unterlegen.
Das Ei wegnehmen und nicht ersetzen sollte man in keinem Fall, denn dann wird die Henne wahrscheinlich immer weiter legen, was sie erschöpfen kann bis hin zum Tod.
Nach ca. drei Wochen (seit Legen des letzten Eis) gibt die Henne in der Regel ihr Gelege dann wieder auf. Sollte dies nicht der Fall sein, kann man, wenn die Henne mindestens 20 Tage (seit Legen des letzten Eis) auf den Eiern gesessen hat, diese wegnehmen ohne Ersatz, bitte auch eine eventuelle "Höhle", die sich die Henne zum Legen ausgesucht hat, mitentfernen (so sie denn nicht einfach auf den Boden gelegt hat).
An dieser Stelle sei erwähnt, daß es in Deutschland einer Zuchtgenehmigung bedarf, um Krummschnäbel (also auch Wellensittiche) brüten lassen zu dürfen. Selbst wenn man die Küken selbst behalten will, bedarf es dieser. Ist das Küken ein "Unfall", muß man beim zuständigen Veterinäramt zumindest eine Ausnahmegenehmigung beantragen.
Wie erkenne ich das Geschlecht meiner Wellensittiche?
Das Geschlecht ist nicht so einfach zu erkennen. Selbst Züchter irren sich da schon mal. Es ist sogar auch noch farbschlagabhängig.
Ganz grob kann man sagen, daß bei weiblichen Küken die Wachshaut über den Schnabel hellblau ist mit deutlichen weißen Ringen um die Nasenlöcher. Bei männlichen Küken geht die Wachshaut über dem Schnabel eher leicht ins Rosa, und die hellen Ringe um die Nasenlöcher sind nicht ganz so ausgeprägt wie bei den Hennen und eher hellblau/hellrosa als weiß.
Bei adulten Hähnen ist im allgemeinen die Wachshaut tief dunkelblau. Es gibt aber Farbschläge (z. B. mein hellblauer Schecke), bei denen die Wachshaut einfach ganz rosa bleibt.
Die adulten Hennen haben eine leicht beige/hellblaue bis tief dunkelbraune und krustige Wachshaut (letztere, wenn sie in Brutstimmung sind).
Es gibt sicherlich auch Ausnahmen, die die o. g. Regeln brechen. Nicht umsonst irren sich auch Experten schon mal bei der Geschlechtsbestimmung.
Hier mal Fotos von Wachshäuten:
Hahn jung Hahn adult

Henne jung Henne adult

Scheckenhahn jung Scheckenhahn adult

Zuchtgenehmigung: Wo braucht man sie und was wird verlangt?
In Deutschland braucht man zum Züchten von Krummschnäbeln (Papageien und Sittichen) eine Zuchtgenehmigung. Dies ist in § 17 g Tierseuchengesetz festgeschrieben. Die Genehmigung ist auch für ein einmaliges Ausbrüten lassen notwendig, auch wenn man die Küken selbst behalten will. Ein Ausbrüten ohne Zuchtgenehmigung kann empfindliche Geldstrafen zur Folge haben.
Die Zuchtgenehmigung soll die Beringung und somit die Zurückverfolgung der Herkunft des Tieres sicherstellen (Ringe bekommt man nur gegen Vorlage der Zuchtgenehmigung), da bei einem Fall von Psittakose der ganze Bestand des Züchters/des Zooladens überprüft werden muß. Psittakose ist eine Zoonose, eine auf den Menschen übertragbare Infektionskrankheit, die unbehandelt zum Tod führen kann.
Des weiteren hat die Zuchtgenehmigung den Vorteil, daß ein gewisses Maß an Wissen über das Zuchtverhalten der Tiere mit Ablegen der Prüfung sichergestellt ist. Hennen haben während der Brut und Aufzucht ganz besondere Bedürfnisse, und es kann einiges schieflaufen während einer Zucht. Nichtwissen kann in diesem Fall den Tod der Henne oder der Küken bedeuten.
Die Zuchtgenehmigung beantragt man beim zuständigen Veterinäramt. Man bekommt dann ein Antragsformular nebst eines kleinen Leitfadens mit Lernmaterial vom Veterinäramt zugesandt. Mit Abgabe des Antrags beim Veterinäramt wird dann ein Termin zur Prüfung vereinbart. Man muß vor dem Amtstierarzt eine Sachkundeprüfung ablegen, und in vielen Landkreisen findet eine Besichtigung der Örtlichkeiten statt. Es wird in der Regel ein vorhandener Extraraum verlangt, der - je nach "Strenge" des Amtstierarztes - desinfizierbar sein muß, d. h. vollständig gefliest z. B. In einigen Landkreisen wird bei Kleinstbeständen für den Fall der Fälle eine Absonderung in einem Käfig in einem "normalen" Extraraum gestattet (am besten vor Beantragung telefonisch oder per E-Mail beim Veterinäramt erfragen).
Nach bestandener Prüfung bekommt man die Genehmigung und eine Rechnung (einerseits für die Prüfung, andererseits für die Ausstellung der Genehmigung) zugesandt. Die Kosten variieren hier sehr von Landkreis zu Landkreis. Mehr als höchstens 100 € dürfte sie in keinem Fall kosten, und das ist schon sehr hoch angesetzt; der Regelfall wird wohl eher ca. 55 € (Stand 2005) sein.
Die Themen, die bei der Sachkundeprüfung abgefragt werden, sind in der Regel diese:
- Grundsätze des Tierschutzgesetzes, des Tierseuchengesetzes und der Verordnung zum Schutz gegen die Psittakose und Ornithose (Psittakose-Verordnung). Hierbei muß man in der Regel nicht wissen, in welchem Paragraphen genau man die Festlegungen findet. § 17 g Tierseuchengesetz sollte allerdings schon ein Begriff sein.
- Wie legen Wellensittiche Eier (in welchem Abstand), wann schlüpfen die Jungen und wann sind diese flügge?
- Wieviele Jungen kann man bei einer Brut erwarten?
- Wie äußert sich die Psittakose beim Tier und beim Menschen? Was kann mann dagegen tun? Was ist zu tun, wenn der Mensch diese Symptome aufweist, der Vogel aber gesund erscheint?
- Wo bekommt man Ringe, welche Arten gibt es?
- Was muß ein Züchter/Händler nachweisen können?
Hier ein paar Informationen, die beim Lernen eine kleine Hilfe sein sollten (Angaben ohne Gewähr):
Allgemein
- Wellensittich = Melopsittacus undulatus (griechisch: melos = Gesang/Lied; psittakos = Papagei; undulatus = gewellt/wellengezeichnet)
- Herkunft: Grasländer von Australien
- ursprüngliche Farbe des Federkleids: grün
- Wann brütet der Wellensittich in Australien? Nicht von einer bestimmten Jahreszeit abhängig, sondern mit Einsetzen einer Regenzeit
- Wie lange brütet der Wellensittich in Australien? Bis wieder schlechtere Bedingungen zur Jungenaufzucht eintreten, was durchaus bis zu 3 Bruten hintereinander bedeuten kann.
- In welchen Erdteilen kommen Papageien und Sittiche in der freien Natur vor? In allen außer Europa, also in Asien, Afrika, Amerika und Australien
- Unterschied zwischen Papageien und Sittichen: P. = kurzschwänzig (Ausnahme Ara), S. = langschwänzig
Haltung
- mindestens paarweise
- Käfig: querverdrahtet und ausreichend groß (bei einem Paar mindestens 100 x 50 x 50 cm, Freiflug)
- Sitzstangen: Naturäste/Seile in unterschiedlicher Stärke
- Einstreu: Spezial-Vogelsand oder Natur-Einstreu
Ernährung
Futter sollte beinhalten:
- Nährstoffe
- Vitamine
- Mineralstoffe (Grit, Jodstein, Mineralstein, Sepiaschale, letztere für Hennen nur außerhalb der Brut wegen Legenotgefahr)
d. h.
- Körnerfutter
- Grünfutter
- Keimfutter, vor allem während der Brut
- Eifutter
Körnerfutter sollte beinhalten:
- Kanariensaat
- Silberhirse
- Senegalhirse
- Japanhirse
- Haferkerne
- Negersaat
- Hanf
- Platahirse
Wasserwechsel nach 24 Stunden!
Krankheiten
Wichtigste Infektionskrankheit bei Papageien = Psittakose (siehe unten)
Unterschied Ornithose und Psittakose?
- Die Ornithose ist eine akute Infektionskrankheit, die durch Vögel übertragen wird. Eine Infektion durch Papageienvögel wird spezieller als Psittakose bezeichnet.
Andere wichtige Krankheiten:
- Kropfentzündung
- Milben (Räudemilben, Rote Vogelmilbe, Luftsackmilben)
- Trichomonaden
- Staphylokokken
- Escherichia (E.) coli
- Erkältung
- Überfettung
- Darmparasiten: Würmer oder Kokzidien
- Stresskrankheiten durch Lärm, Rauchen, Essensdunst
- Augenkrankheiten durch bakterielle Infektionen oder Zugluft
- PBFD (Psittacine Beak and Feather Disease)
- Polyoma
- Megabakteriose/GLS
Zucht
- Zuchtboxengröße mind. 80 x 40 x 40 cm
- geschlechtsreif mit 3 Monaten
- zuchtreif etwa mit 8 Monaten
- Zuchttiere sollten mindestens 8 Monate alt sein, besser 1 Jahr und nicht älter als 6 - 8 Jahre
- Brutzeit nicht jahreszeitlich gebunden
- typische Merkmale im Brut- und Aufzuchtverhalten: Aggressivität der weiblichen Tiere, fast ausschließliches Verweilen der Henne im Kasten, Absetzen von extrem großen Kotballen, aufgrund der langen Aufenthalte im Kasten ausschließliche Fütterung der Henne durch den Hahn, starker Nagetrieb der Henne, mehrmals tägliche Paarung
- Ruhezeit zwischen den Bruten: mind. 5 - 6 Monate
- Legen der Eier alle zwei Tage
- bis zu ca. 13 Eier pro Gelege möglich
- Beginn der Brut meist ab dem ersten Ei
- Brutzeit: 18 Tage
- Junge schlüpfen im Abstand von 2 Tagen
- mit 4 - 5 Wochen verlassen die Küken vollbefiedert den Kasten, lernen vom Vater das Fliegen und das Futtersuchen
Regulation der Brutkondition
- durch günstige Nahrungsbedingungen
- Bruthöhle
Voraussetzung für den Erhalt der Zuchtgenehmigung?
- Nachweis der Sachkunde
- Zuverlässigkeit
- geeignete Unterbringungsmöglichkeit
Was muß alles in das Nachweisbuch eingetragen werden?
- Ringnummer und Datum der Beringung
- Datum des Erwerbs oder der sonstigen Aufnahme in den Bestand sowie Herkunft der Tiere
- Datum der Abgabe und Empfänger der Tiere oder Datum des Abgangs der Tiere
- Beginn, Dauer und Ergebnisse von Behandlungen gegen Psittakose sowie Art der Dosierung des verwendeten Arzneimittels
- Beseitigung nicht verwendeter Fußringe (Aufbewahrungspflicht 2 Jahre nach Bezug)
Wie lange sind die Nachweisbücher nach der letzten Eintragung aufzubewahren?
- 2 Jahre
Fußringe:
- Offene Ringe bekommt man unter Vorlage der Zuchtgenehmigung (Original oder in seltenen Fällen beglaubigte Kopie) beim Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF), Rheinstraße 35, 63225 Langen, Fon (06103) 9107-0, Fax (06103) 9107-33, E-Mail: ringstelle@zzf.de, oder beim Bundesverband
- Geschlossene Ringe mit Jahreszahl bekommt man nur, wenn man Mitglied in einer der großen Züchtervereinigungen (AZ, VZE, DKB, DSV) ist.
- Offen beringt man mit Verlassen des Kastens, geschlossen beringt man etwa am 4. - 5. Lebenstag der Küken.
Psittakose (Papageienkrankheit, Parrot Fever, Chlamydiose)
- auf den Menschen (und andere Säuger) übertragbare Infektionskrankheit ("Zoonose") der Vögel (bei Papageienvögeln "Psittakose", bei anderen Vögeln "Ornithose")
- Auslöser: "Chlamydia psittaci" (Erreger, der Sonderstellung im System zwischen den Viren und den Bakterien hat)
- Psittakose ist anzeigepflichtig
- Aufnahme des Psittakoseerregers über: Atemluft, Futter, Beknabbern von Gegenständen, Partnerfütterung, Kot, Fanghandschuh usw.
- freilebende Vogelpopulationen zu 20 - 70 % durchseucht, Ansteckung aber eher durch erworbene Vögel aus angesteckten oder kranken Beständen
- Inkubationszeit: 90 Tage (bei günstigen Haltungsbedingungen oft keine sichtbaren Krankheitsanzeichen)
- Erkrankung oft nach Streß-Situationen oder wie der "Blitz aus heiterem Himmel"
- Krankheitsanzeichen: Absondern von den anderen Vögeln, Aufplustern, Mattigkeit, Zittern, angestrengte Atmung, einseitigen Augen- und (selten) Nasenausfluß, Appetitlosigkeit, übelriechender Durchfall mit gelbgrünlichem, auch wässerigem Kot (in schweren Fällen mit Blut vermischt)
- Tod meist nach 8 bis 14 Tagen
- ob akute oder chronische Erkrankung, hängt von Faktoren wie Art und Alter des Vogels, Streßfaktoren, Virulenz des Erregerstammes, infektiöser Dosis ab (über die Atemwege aufgenommene Psittakoseerreger verursachen meist akuten Ausbruch, Infektion durch den Verdauungstrakt führt eher zur chronischen Erkrankung)
- im Verdachtsfall immer einen kundigen Veterinär zu Rate ziehen
- Test auf Erreger durch Spezial-Tupferproben von der Lidbindehaut und dem Rachen
- Behandlung: Antibiotikum (z. B. Tetracyclin), unterstützend Gabe von Lactobazillus und Antimycotica
- Reinigung und Desinfektion der gesamten Zuchtanlage notwendig (Mundschutz tragen!)
- Anzeichen beim Menschen: grippeähnliche Erkrankung bis zur Lungenentzündung, Behandlung mit den üblichen Grippemedikamenten nicht erfolgreich
- Diagnose über Bluttest
- Behandlung beim Menschen: Antibiotikum (Tetracyclin)
- Übertragung von Mensch zu Mensch nicht bewiesen und sehr unwahrscheinlich
- Sterblichkeit beim Menschen deutlich unter 1 %
(Ein ausführlicher Text zur Psittakose ist auf www.vogeltierarzt.de zu finden.)
Tierschutzgesetz
§ 1
Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.
§ 2
Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,
1. muß das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen;
2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, daß ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden;
3. muß über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.
(Das vollständige Tierschutzgesetz ist hier zu finden.)
Die Psittakose-Verordnung wird in der Regel mit dem Antragsformular vom Veterinäramt zugesandt; man findet sie auch hier: bundesrecht.juris.de/psittakosev/BJNR010550970.html
Was zu tun ist, wenn eine Henne "ungeplant" ein Ei legt, man aber keine Küken möchte, steht hier: Welche Geschlechter kann ich zusammen halten?
Die Farbschläge des Wellensittichs
Farbreihen
Grün: (hell)grün, dunkelgrün (1 Dunkelfaktor), olivgrün (2 Dunkelfaktoren)
Blau: (hell)blau, dunkelblau (1 Dunkelfaktor), mauve (2 Dunkelfaktoren)
Bei beiden Farbreihen kann noch ein Grau- oder ein Violettfaktor dazukommen:
- Der Graufaktor läßt blaue Vögel grau erscheinen, grüne Vögel mit Graufaktor sind graugrün.
- Der Violettfaktor läßt das Grün bei grünen Vögeln dunkler erscheinen, hellblaue Vögel mit Violettfaktor wirken wie leicht aufgehellte dunkelblaue, dunkelblaue Vögel mit Violettfaktor wirken wirklich violett.
Mutationen:
EGG 1 o. 2 = Europäisches Gelbgesicht Mutation 1 oder 2
- Mutation 1: Gesicht ist zartgelb bei Wellensittichen aus der Blaureihe
- Mutation 2: Federn am ganzen Körper eines Wellensittichs aus der Blaureihe sind mit Zartgelb überzogen (außerhalb des Gesichts oft erst nach der Jugendmauser)
AGG = Australisches Gelbgesicht (df AGGs früher auch "Goldenfaces"): sehr intensiv gelb gefärbtes Gesicht, die Körperfarbe ist relativ stark gelb überhaucht.
Grauflügel: um 50 Prozent aufgehellte Gefiederfarbe (Körper- und Wellenfarbe) = Wellenzeichnung in Grau, Vögel aus der Blaureihe wirken verwaschen blau (Flügel weiß-grau gemustert), Vögel aus der Grünreihe wirken apfelgrün (Flügel hellgelb mit grauer Zeichnung)
Hellflügel Weißflügel (Blaureihe) und Gelbflügel (Grünreihe), Kopf, Nacken, Rücken und Flügel weisen keine oder möglichst wenig Zeichnung auf (teilweise "Geisterzeichnung"), Grundfarbe normalerweise nicht aufgehellt
Aufgehellte: fast rein weiße Vögel mit ganz blassem blauen bzw. grauen Anflug oder fast rein gelbe Vögel mit einem ganz blassen grünen Anflug, Wellenzeichnung in lichtem Hell- bzw. Weißgrau, bei Zimtern licht hellbraun, vom Aussehen her praktisch wie ein Grauflügel mit wesentlich mehr Prozent an Aufhellung
Clearbody: aufgehellter Körper bei normaler Farbe der Wellenzeichnung (dadurch sehr kontrastreiches Aussehen, Wellenmuster hebt sich stark vom Körper ab), weiße Irisringe um schwarze Pupillen
- Easley Clearbody: vererbt dominant
- Texas Clearbody (TCB): gibt seine Erbanlagen geschlechtsgebunden weiter
Ino:
- Albino (=aus der Blaureihe): ganz weißer Wellensittich mit roten Augen
- Lutino (=aus der Grünreihe): ganz gelber Wellensittich mit roten Augen
Zimter: Die Wellen und Kehltupfen sind nicht schwarz, sondern haben eine hell- bis mittelbraune Farbe.
Doppelmutationen:
Lacewing (übersetzt "Spitzenflügel"): Mischung aus Inos und Zimter
Schecken
Der "Ur"-Wellensittich ist grün, hat eine gelbe Gesichsmaske und schwarze Wellen mit gelben Wellenrändern. Als der Wellensittich in Europa Haustier wurde, wurden auch blaue Wellensittiche gezüchtet, die eine weiße Gesichtsmaske (und Wellenränder) haben. Mit der Zeit sind bei der Zucht aber auch Farbschläge entstanden, wo die "Gesichtsfarbe" (also weiß oder gelb) sich auch an anderen Stellen des Körpers wiederfindet (am Bauch z. B.), oder wo die Wellenzeichnung "wegbleibt" (z. B. gelber oder weißer Fleck auf Hinterkopf). Diesen Farbschlag nennt man "Schecke". Es gibt verschiedene Schecken:
AS = Australische Schecke: Gesicht rein gelb oder rein weiß (je nach Farbreihe), Körperunterseite sowie Bürzelgegend in unterschiedlicher Anordnung in der Körperfarbe und in weiß oder gelb gefärbt, Gesichtsfarbe meist klar vom Brustbereich abgegrenzt, schwarze Augen mit einem hellen, deutlich sichtbaren Irisring
KS = Kontinentale Schecke (früher auch "Holländische Schecke"): Gesichtsfarbe oft bis hinunter zum Brustbereich, darunter folgt die Körperfarbe, heller Fleck (gelb oder weiß, je nach Farbreihe) im Nacken, weiße Irisringe
RS = Rezessive Schecke (früher auch "Harlekin"): Wangenflecken entweder dunkelblau (Grün- und Blaureihe) oder hellblau (bei Graufaktor) oder teilweise oder komplett weiß, unregelmäßige Verteilung der Bereiche mit Wellenzeichnung und der Körperfarbe, schwarze Augen ohne weiße Irisringe
HBS = Halsbandschecke, eigentlich eine Kombination aus AS und RS
SA = Schwarzauge: eine Kombination von KS und RS, vom Aussehen her ähnlich wie Inos mit schwarzen Augen
1f = einfaktorig: Das bestimmte Gen kommt nur einmal vor.
df = doppelfaktorig: Das bestimmte Gen kommt zweimal vor (von Vater und Mutter geerbt).
Wellenzeichnungsformen
Normal: Wellenzeichnung wie bei den wild lebenden Wellensittichen in Australien z. B., schwarze Wellen über den gesamten Hinterkopf, Nacken, Rücken und komplett über die Flügel, Wellenrand gelb (bei Farbschlägen aus der Grünreihe) bzw. weiß (bei Farbschlägen aus der Blaureihe)
Opalin: Opalin bedeutet, daß die Wellenzeichung sich nicht über den ganzen Nacken zieht. Im Nacken entsteht dann eher so eine Art V, wo die Farbe des Vogels (Gelb, Grün, Blau etc.), durchscheint. An den Flügelspitzen ist zudem der sogenannte helle "Spiegel" zu erkennen.
Spangle (auch "Gesäumter"): Beim Spangle ist die Wellenzeichnungsfarbe invers. D. h., normal ist die Welle schwarz und dann der Rand gelb bzw. weiß (je nachdem, um welchen Farbschlag es sich handelt), beim Spangle ist es umgekehrt. Bei einem grünen Spangle wäre also die Welle gelb und der Rand schwarz, bei einem blauen Spangle wäre die Welle weiß und der Rand schwarz.
Df Spangles erscheinen - je nach Farbreihe - fast weiß bzw. gelb (hoher Melaninausfall durch das doppelfaktorige Spangle-Gen), sie haben einen "Anflug" (Hauch von Farbe) und Irisringe.
Zuchtformen
Hansi-Bubi: Hierbei handelt es sich um die "kleineren" Wellensittiche. Man sagt ihnen nach, daß sie den in freier Natur in Australien z. B. lebenden Wellensittichen vom Körperbau her am ähnlichsten sind.
Standard (Schauwellensittich): Der Standard heißt so, weil er nach bestimmten Standarden gezüchtet wurde, und keinesfalls deshalb, weil es sich hierbei um das Aussehen des "Ur"-Wellis handelt.
Der Standard-Wellensittich hat einen bulligeren Körperbau und ist in der Regel um einiges größer als der Hansi-Bubi. Er hat buschigere Federn auf dem Kopf und viel mehr und größere Kehltupfen als ein Hansi-Bubi. Bei stark überzüchteten Standarden müssen mitunter die Federn über den Augen gekürzt werden, damit diese nicht in die Augen hängen, ebenso die Federn am Po, damit dort kein Kot hängenbleibt. Natürlich ist dies nicht die Regel, und es gibt Standarde, bei denen das nicht nötig ist.
Es wird im allgemeinen gesagt, daß Standarde nicht so quirlig seien wie Hansi-Bubis. Auch hier gibt es aber natürlich auch Gegenbeispiele.
Nicht vergessen darf man, daß es auch Halbstandarde gibt, oder daß z. B. nur 1/4 Standard in einem Welli steckt. Deswegen kann es auch sein, daß es Wellis gibt, die von Kehltupfen und Federn her eher wie ein Hansi-Bubi aussehen, von der Gesamtgröße her aber genausogut ein kleinerer Standard sein könnten.
Meine Lilly ist also ein Hansi-Bubi, und zwar ein hellblauer RS (oder evtl. KS) EGG2 in Zimt.
Gefahren beim Freiflug
Der Freiflug ist das Schönste am ganzen Tag für
Wellensittiche. Haben sie einmal gemerkt, daß nicht sofort wieder die
Käfigtür geschlossen wird, sobald sie zum Fressen oder Schlafen von
alleine in den Käfig zurückgehen, hüpfen sie gerne während des
Freiflugs auch mal in den Käfig.
Es ist unbedingt vonnöten, daß das Zimmer, in dem die Wellis fliegen dürfen, "wellisicher" gemacht wird. Folgende Gefahren sind die häufigsten, die in einem Zimmer auf Wellis lauern:
Sind diese Gefahrenquellen beseitigt, werden nicht nur die Wellensittiche, sondern auch deren Halter ihre wahre Freude daran haben, ihre Lieblinge die Flügel schwingen zu sehen.
Wie locke ich meinen Wellensittich für den Freiflug aus dem Käfig und wie bringe ich ihn dazu, wieder in den Käfig zurückzugehen? Manche Wellensittiche sind
etwas scheu und trauen sich nicht gleich aus dem Käfig. Das ist auch
nicht schlimm; man muß ihnen einfach immer wieder Freiflug anbieten,
indem man, wenn man daheim ist, die Käfigtür offen läßt. Geduld ist
hierbei das Zauberwort. Sind genug Landeplätze wie z. B. Spielplatz
oder Sitzbaum in Sichtweite des Käfigs vorhanden, sollten sich die
kleinen Racker bald hinauswagen. Auch hier gilt wieder: Gemeinsam ist man mutiger als alleine! Bitte niemals die Vögel aus dem Käfig scheuchen oder gar in die Hand nehmen und raussetzen!! Man kann auch eine Kolbenhirse
aufs Käfigdach oder die offene Käfigtür legen, um die Kleinen
rauszulocken. Fürs Erste sollte aber ansonsten nicht weiter außerhalb
des Käfigs gefüttert werden, falls kein 24 h-Freiflug gewünscht ist,
damit die Vögel auch von selber wieder irgendwann in ihren Käfig
zurückgehen. Wie schon oben erwähnt, gehen
die Vögel in der Regel alleine in ihren Käfig zurück, spätestens, wenn
es dunkel wird. Die Schlafschaukel ist doch immer noch der beliebteste
Schlafplatz. :) Sollten sie dies aber einmal nicht tun, kann man sie,
sofern das Zimmer wirklich wellisicher ist, auch draußen übernachten
lassen, entweder auf dem Käfigdach oder dem Spielplatz bzw. Sitzbaum.
ABER: In diesem Fall sollte ein kleines Nachtlicht brennen die ganze
Nacht über, sonst könnten die Vögel gegen etwas fliegen, wenn sie sich
in der Nacht mal erschrecken und auffliegen, was selten ist, aber
durchaus vorkommen kann. Hier empfiehlt sich ein Steckdosenlicht, wie
es für Kinder im Baumarkt oder in einigen Supermärkten erhältlich ist,
oder eine Salzkristalllampe. Möchte man in keinem Fall,
daß die Vögel außerhalb ihres Käfigs übernachten, kann man versuchen -
sofern sie nicht von alleine in ihren Käfig gehen -, die Vögel auf
einen Stock o. ä. draufsteigen zu lassen, um sie dann vorsichtig durch
die Käfigtür in den Käfig zu "befördern". Wenn die Vögel so zutraulich
sind, daß sie mit Kolbenhirse auf die Hand kommen, kann man auch das
probieren. Wie auch immer, in allen Fällen gilt: Bitte niemals die Vögel in die Hand nehmen, um sie in den Käfig zu setzen!! Natürlich lassen Vögel auch
während des Freiflugs hin und wieder eine "Kotbombe" fallen :-) Hier
empfiehlt es sich, stets genug Küchenrollentücher/Klopapier im Haus zu
haben. Kennen die Wellis erstmal ihre Freiflug-Umgebung, haben sie bald
ihre Lieblingsplätze, die man gut mit Küchenrollenpapier auslegen kann,
so daß das Sauberhalten kein Problem darstellt. Während des Flugs
lassen die Vögel selten mal eine "Bombe" fallen. Hier ein paar Fotos, die zeigen,
wie wichtig Freiflug für Wellis ist; was für uns Menschen das Gehen
ist, ist für sie das Fliegen:
Es empfiehlt sich auch, eine Ab-/Anflugstange außen am
Käfig neben der Tür, die für den Freiflug geöffnet wird, anzubringen,
damit die Kleinen einen Orientierungspunkt haben zum Anfliegen bzw.
einen Startpunkt, wenn sie losfliegen möchten.